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Myrrhe-Baum

Der Myrrhe-Baum ist die Arzneipflanze des Jahres 2021

Die Echte Myrrhe, botanisch unter den Namen Commiphora myrrha oder Commiphora molmol geführt, gehört ebenso wie der Weihrauchbaum zur Familie der Balsambaumgewächse (Burseraceae). Damit ist schon viel gesagt. Sie sind in Nordostafrika und im arabischen Raum heimisch. Beide Bäume sind reich an Harzen und ätherischen Ölen, die schon früh im Altertum von den Menschen erkannt wurden um heilige Salböle herzustellen. Die Heiligen Drei Könige brachten neben Gold und Weihrauch auch ein Gefäß mit Myrrhe dem neugeborenen Jesuskind mit. Bis zum heutigen Tage hat die Myrrhe ihre Heilkraft gegen Bakterien, Viren und vornehmlich gegen eine Pilzinfektion nicht verloren.  Darüber hinaus besitzt der Myrrhenbaum schmerzlindernde, entzündungshemmende und fiebersenkende Eigenschaften, sowie eine außergewöhnliche lokal betäubende Wirkung.
Bestens bewährt hat sich die Myrrhe bei leichten entzündlichen Reizungen des Zahnfleisches und der Mundschleimhaut (Aphthen), bei Druckstellen von Zahnprothesenträgern als auch bei einer Mandel- und Rachenentzündung. Viele Bauchbeschwerden konnte man schon seit Jahrtausenden damit erfolgreich behandeln und schließlich wird die Myrrhe als Räucherwerk in der kalten Jahreszeit weltweit sehr geschätzt.
Vor 3000 Jahren nutzte man im alten Ägypten die Myrrhe zur Einbalsamierung und sie gehörte neben der Aloe und Safran in die Geheimrezeptur des persischen Arztes Avicenna (980 – 1037), welcher im Mittelalter daraus seine Pestpille herstellte. In der Medizin schätzt man darüber hinaus ihre blutstillende Wirkung und ihre Fähigkeit freie Radikale (ROS = reaktive Sauerstoff Spezies), welche unsere Zellwände schädigen, abzuwehren. Myrrhe stabilisiert die Darmbarriere vergleichbar gut und konnte im Vergleich mit einem Cortison Präparat in einer Studie gleichziehen. In der heutigen Komplementärmedizin hat sich eine Kombination aus Myrrhe, Kamillenblütenextrakt und Kaffeekohle (Myrrhinil-Intest) bei Darmpilzinfektionen bestens bewährt. Menschen mit einer Korbblütlerallergie sollten das Produkt wegen der Kamille als Inhaltsstoff meiden. Alternativ gibt es auch eine Myrrhentinktur, die jedoch einen sehr natürlichen Geschmack hat. Davon nimmt man 3 x 20 Tropfen in warmem Wasser für Spülungen im Mundbereich. Auch die Parfümerie hat den würzig-süßen Duft der Myrrhe entdeckt. Durch eine Wasserdampfdestillation können die Öle abgetrennt werden und dienen als wichtige Duftbausteine für die Kopfnote bei der Parfümherstellung.

Entdecken auch Sie die Myrrhe frisch für sich und Ihre Lieben.
Herzlichst Ihr Peter Emmrich