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Ein ganz besonderes Exemplar eines 200 Jahre alten Weißdorn gibt es in Barkelsby im Kreis Rendsburg-Eckernförde im Bundesland Schleswig-Holstein. Eine echte Rarität sozusagen mit 15 Metern. Ein Grund mehr für uns über den Weißdorn zu berichten. In ganz Mitteleuropa, Asien und Nordafrika finden sich an Waldrändern, als Hecken auf dem freien Feld oder in Gärten der Weißdorn. Botanisch gesehen gehört der Weißdorn zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und kann bis zu 500 Jahre alt werden und eine Wuchshöhe von 10 Metern erzielen. Im Herbst bildet er scharlachrote Fässchen förmige Früchte, die weit in die Gegend leuchten. Die Zweige haben Dornen und bieten Vögel und kleine Säugetiere Schutz.
In der Mythologie findet sich der Weißdorn sogar in den Geschichten des „Heiligen Gral“ wieder. Aus dem Wanderstab des heiligen Josef von Arimathäa oder Arimathia soll ein Weißdornbusch aufgegangen sein von dem sich jedes Jahr zu Weihnachten König Artus einen blühenden Zweig hat bringen lassen. Der heilige Josef hat einer Legende zufolge das Blut Christi in einem Kelch aufgefangen, in jenem Kelch des letzten Abendmahls.
Der Name „Crataegus“ leitet sich vom Griechischen Adjektiv „kateros“ ab, was so viel wie „stark oder vermögend“ bedeutet. Schon früh erkannten die Menschen seine herzstärkenden Eigenschaften und setzten ihn als Kräftigungselixier ein. Auch bremst er den Alterungsprozess und reguliert nicht nur den Herzrhythmus und den Blutdruck, sondern wirkt auch einer Herzneurose und Herzpalpitationen („spürt das Herz schlagen“) entgegen. Er verbessert die Durchblutung des Herzmuskels und versorgt ihn mit mehr Sauerstoff. Ebenso verfügt er über Eigenschaften, die der Blutverklumpung (Thrombozyten Aggregation) entgegenwirken und kann Ängste und negative Verstimmungen vertreiben. Sehr bewährt hat er sich bei Nervosität und Schlafstörungen als auch bei einer psychovegetativen Labilität mit Kreislaufkollaps vornehmlich in der heißen Jahreszeit.

Der Weißdorn ist reich an Procyanidinen, Flavonoiden, Acetylcholin, Bitterstoffen, den Mineralien Magnesium, Eisen, Selen, Kieselerde, Calcium, Kalium als auch den Vitaminen B1, B2, B3 und Vitamin C sowie Enzymen. Beide bei uns heimischen Weißdornformen Crataegus monogyna (eingriffelig und wuchskräftiger) und oxyacantha (zweigriffelig) können identisch Verwendung finden.

Als Frischpflanzenpresssaft nimmt man morgens und abends 2 x 15 ml oder 3 x 10 ml. Gerade in der heißen Jahreszeit ist der Weißdorn ein vorzügliches Präparat den geschwächten Kreislauf zu stabilisieren. Dazu können 2 – 4 x 5 ml (= 1 Teelöffel) zusätzlich eingenommen werden. In der Gemmotherapie sprüht man dreimal täglich 3 Sprühstöße und bei Bedarf mehr, am besten vor dem Essen, direkt in den Mund. In Tablettenform gibt man 2 x 1 oder als alkoholische Lösung 3 x 20 -30 Tropfen. Schon unser Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe empfahl täglich ab dem 50. Lebensjahre 2 Tassen Weißdorntee zu trinken.

Herzlichst Ihr
Peter Emmrich