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N A T U R H E I L V E R E I N   1 8 9 2   P F O R Z H E I M   E. V.

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Lavendel

Bildrechte: Bernd Kasper / pixelio.de

Immer mehr Menschen in der heutigen Zeit, vornehmlich während dieser CORONA-Krise, stehen oftmals kurz vor dem Burn-out. Der Schlaf ist gestört und man fühlt sich am nächsten Morgen völlig unausgeschlafen und steht regelrecht neben sich. Funktionelle Kreislaufstörungen und eine innere Unruhe treten zusätzlich in Erscheinung. Hier kommt der Lavendel mit seinen heilsbringenden Eigenschaften gerade recht. Nicht umsonst hat der interdisziplinäre Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde den Lavendel als Arzneipflanze für dieses Jahr vorgeschlagen. Der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia Mill.) gehört botanisch gesehen in die Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und hat eine lange Tradition in der Naturheilkunde. Um 1 Liter Öl destillieren zu können benötigt man ca. 120 Kilo Blüten und Blätter.  
Seine ätherischen Inhaltsstoffe machen den Lavendel zu einer außergewöhnlichen Heilpflanze, welche sowohl bei Migräne mit oder ohne Übelkeit und Erbrechen als auch bei funktionellen Oberbauchbeschwerden (nervöser Reizmagen, Blähbauch, Roemheld-Syndrom, nervöse Darmbeschwerden) oder bei erhöhtem Blutdruck und Herzrasen innerlich angewendet werden kann. Das Lavendelöl wird in Kapseln 1 -2 x täglich eingenommen. In Studien konnte sogar gezeigt werden, dass eine Darmmykose (Pilzbefall im Darm) restlos verschwindet, wenn die Anwendung über mehrere Monate konsequent durchgeführt wird. Viele jüngere Menschen leiden unter Ängsten und Unruhezustände. Auch hier zeigt der Lavendel schon vom ersten Tag an seine Wirkung. Zusätzlich bietet sich an den Lavendel als Duftöl mittels Vernebler anzuwenden. Der Lavendelduft beruhigt auch Säuglinge und Kleinkinder ohne die Gefahr der Überdosierung. Ein alter Brauch in Südfrankreich ist es Säuglingen ein Leinensäckchen gefüllt mit Lavendelblüten an das Bettchen zu hängen. Es beruhigt auf natürliche Weise und verleiht einen erholsamen Schlaf. Nach allen bisherigen Erfahrungen hat der Lavendel bei bestimmungsgemäßen Gebrauch keine Nebenwirkungen und es sind keine Wechselwirkungen oder Gegenanzeigen (Kontraindikationen) bekannt. Lavendelblüten können auch als Tee zubereitet werden. Dazu werden 1–2 TL Droge pro Tasse mit heißem Wasser übergossen und je nach Geschmack 3–5 Minuten ziehen lassen. Wer ein Entspannungsbad wünscht kann Lavendelöl (4–10 Tropfen) oder Lavendelblüten (20–100 g Droge) als Badezusatz verwenden. Das enthaltene Cineol unterstützt die antibakterielle und schleimlösende Wirkung ebenfalls, was gut auf die Bronchien wirkt und bei Asthma die Lungenfunktion verbessert. Bei Wunden und Verbrennungen kann das Lavendelöl bestens eingesetzt werden. 6 Milliliter ätherisches Öl wird mit 100 ml 80 prozentigen Alkohol (aus der Apotheke) vermischt. Diese Mischung wird auf ein Wattepad gegeben um eiternde Wunden zu säubern. Bei Verbrennungen werden 10 ml Lavendelöl mit 50 ml natives Olivenöl vermischt und die verbrannten Hautbereiche werden vorsichtig mit dieser Mischung betupft. Oftmals konnte man eine narbenlose Abheilung beobachten. Achtung: Bitte holen Sie sich einen ärztlichen Rat bei größeren Verbrennungen unbedingt ein. Um Insekten (z.B. Motten, Läuse, Flöhe und anderes Ungeziefer) abzuweisen werden Lavendelblütensäckchen zwischen die Wäsche gelegt. Lavendelöl hilft im Sommer auch Mücken abzuwehren und hilft ebenso Hunde und Pferde vor Insekten zu schützen, allerdings keine Katzen, weil diese keine ätherischen Öle vertragen.

Herzlichst Ihr
Peter Emmrich